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Design für alle

Design für alle - auch barrierefreies Design, universelles Design oder inklusives Design – bezeichnet den Entwurf (englisch „Design“) von technischen Produkten und Dienstleistungen, die für alle Menschen gleichermaßen zugänglich sind.

Die Anforderungen an Technologie und Dienstleistungen sind für alle gleich, egal ob für Menschen mit Behinderung oder ohne. Design für alle soll einen barrierefreien Zugang ermöglichen, wie er zum Beispiel aus der Architektur bereits seit längerem bekannt ist.

Barrierefreier Zugang

Die Barrierefreiheit soll bereits beim Entwurf der Technologie oder des Produktes berücksichtigt werden. Im Bereich des industriellen Designs und der Software-Entwicklung liegt der besondere Schwerpunkt auf der Mensch-Maschine-Interaktion, wie Professor Christian Bühler von der Universität Dortmund, Lehrstuhl für Rehabilitationstechnologie, in der Zeitschrift „Orthopädie-Technik“ schreibt.

Die Anforderungen an ein Produkt sind beim Entwurf so, dass es von allen gleichermaßen benutzt werden kann. Im Fokus steht demnach nicht der Durchschnittsbenutzer, sondern eine Bandbreite an Nutzern mit und ohne Handicap bis hin zum Hochqualifizierten. Das Centre for Universal Design der NC State University hat sieben Prinzipien des universellen Designs formuliert, die beim Entwurf Anwendung finden sollten. Dazu gehören eine breite Nutzbarkeit und eine flexible sowie intuitive Benutzung  ebenso wie unterschiedliche sensorische Möglichkeiten der Wahrnehmung (bildlich, verbal, taktil). Zudem sollte das Design eine große Fehlertoleranz besitzen, einen niedrigen körperlichen Aufwand erfordern und eine angemessene Größe und Platz für Zugang und Benutzung bieten.

Mehrstufige Strategie

Daher sollte bereits in der Entwurfphase eine Beteiligung der späteren Nutzer erfolgen. Die Einbindung der Experten in eigener Sache hilft bei der praktischen Umsetzung der Barrierefreiheit, sei es im Verkehr, bei Gebäuden, im öffentlichen Raum oder bei Technologien und Dienstleistungen. Die Selbstvertretung der Betroffenen wird durch die Gesetzgebung gestärkt.

Dennoch ist Design für alle nicht konsequent durchsetzbar. Zum einen stehen dem wirtschaftliche Überlegungen entgegen. Ein Entwurf, der alle Nutzergruppen berücksichtigt, wird schnell zu teuer und kann dann am Markt nicht mehr gegen die Konkurrenz bestehen, die auf eine Nutzbarkeit für alle verzichtet. Zum anderen kann die Anforderung an die allgemeine Nutzbarkeit zu viele Kompromisse beim Produkt erfordern, so dass es nicht mehr den Ansprüchen der Nutzer genügt und einfach nicht gut genug ist. Daher empfiehlt Professor Christian Bühler eine mehrstufige Strategie. Die erste Stufe sind Produkte, die für alle nutzbar sind, die zweite Stufe Produkte, die weiter angepasst werden können. Die dritte Stufe schließlich sind Produkte, die durch Schnittstellen zu ergänzenden Geräten (Assistive Technologie) nutzbar gemacht werden können.

Technologie hilft bei täglichen Aufgaben

Im Bereich der Technologie ist für den (behinderten) Benutzer wichtig zu wissen, was er von einer technischen Hilfe erwarten kann, was er damit anfangen kann und wo die Grenzen liegen. Einsatzbereiche sind zum Beispiel Sicherheit, etwa durch Hausnotrufsysteme und mobile Notrufsysteme mit Positionsbestimmung, medizinische Unterstützung oder Kommunikationsverbindungen zu Freunden, Bürgerdiensten oder speziellen Dienstleistern. Auch die direkte Kommunikation mit Geräten im Haushalt bietet Unterstützung bei der Erledigung täglicher Aufgaben